Außergewöhnliche Figuren für eine nicht alltägliche Krippe


„Schuttkrippe“ in Schönbrunn-Vorpark bis Anfang Februar zu sehen – mit Otto Schwarzendorfer Figuren

„Über den Tellerrand geblickt. Figuren einer Schuttkrippe. Eigenproduktion, ca 300 mm. Außergewöhnliche Figuren für eine nicht alltägliche Krippe“, übertitelte die Zeitschrift „Modell Panorama“, Das Modellbaumagazin 2022/1, in seiner 12-seitige Beilage „gemeinsam mit dem Autor“ Spenglermeister und Künstler Otto Schwarzendorfer, das in seiner „Weihnachtsausgabe mit diesen besonderen Krippenfiguren bewusst einen Kontrapunkt setzen“ will, wo „naturgemäß viel über militärisches Gerät geschrieben“ wird.

Diese außergewöhnlichen Figuren einer nicht alltägliche Krippe laden täglich im Schaufenster der Pfarre Hildegard Burjan – Gemeinde Schönbrunn-Vorpark, in der Winkelmannstrasse 34, 1150 Wien, zu einem Ausstellungsbesuch bis Anfang Februar 2022 ein, die jederzeit zugänglich ist.

Zu Weihnachten 1949 wurde die aus einfachsten Materialien vom Architekten, Bühnenbildner und Professor an der Kunstakademie Max Krajca entsprechend der Idee von „Schuttkaplan“ Georg Springer nach Fotos der ursprünglichen Bombenruine dieses Hauses gebaute Nachbildung in der „Schuttkirche“ in Schönbrunn-Vorpark erstmals aufgestellt und bald als „Schuttkrippe“ bekannt.

Schuttkrippe in der Auslage der Pfarrkirche Schönbrunn-Vorpark

2019 wurde diese Ruine einer Werkstatt, eines Arbeitsplatzes und vieler Wohnungen – ein Ergebnis von Gewalt und Krieg – dem Wiener Krippenbauverein zur Restaurierung anvertraut, der für diese Behausung der Menschwerdung Gottes neue Figuren schuf, darunter acht WiderstandskämpferInnen – von Anna Berta (Königsgg), Maria Restituta (Kafka), Sophie (Magdalena Scholl), Alfred (Friedrich Delp), Raoul (Gustaf Wallenberg), Oskar (Schindler), Claus (Philipp Stauffenberg) bis Johann (Georg Elser). Die Grundidee für diese „Weisen“-Figuren basiert auf deren Bedürfnis, selbständig zu denken, sich selbständig auf den Weg zu machen – und dass ohne externe Aufmunterung oder Anleitung, und ohne nationale Interessen. Dieses historische Objekt mit seinem völlig ungewöhnlichen Ambiente entwickelt eine beachtliche Kraft zum Staunen. Für diese Krippe – „außerhalb jeder Liga, … einzigartig in Wien“ wie manche sagen – gibt es inzwischen Anfragen aus mehreren Ländern.

Otto Schwarzendorfer hatte dieses weiter entwickelte Projekt bei einer kurzfristig einberufenen Männerrunde am 20. Dezember 2021 im Pfarrzentrum Hütteldorf präsentiert. Vorher waren Advent- und weihnachtliche Erfahrungen ausgetauscht, nachher Adventlieder gesungen worden. Im Brotberuf leitet Otto Schwarzendorfer einen Spenglerei-Dachdeckerbetrieb. Dazu bringt er sich in den Männerrunden der Gemeinden Hütteldorf und Krim aber auch im Wiener Krippenbauverein ein.

Franz Vock

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