GESEGNETE OSTERN


Gesegnete Ostern wünscht allen Mitgliedern, Freunden, SEI SO FREI Spendern und Projektpartnern, die Diözesanleitung der KMB Wien.

Heilige Woche – Osternacht – Ostersonntag – Ostermontag

Die Texte sind Kommentare von SCHOTT zu den Liturgischen Texten und Ausschnitte aus einer Sammlung von Diakon Ing. Peter ERNST.

Jesus ist wirklich gestorben. Er ist in die tiefste menschliche Not hinein gegangen und „hinabgestiegen in das Reich des Todes“. Er hat unserem Tod die Bitterkeit genommen. Wir wissen, unsere Gemeinschaft mit Christus überdauert den Tod. Christus ist unser Leben und unsere Auferstehung. Das muss in unserem gegenwärtigen Leben sichtbar werden: in der Freude, die aus der Hoffnung und aus der Liebe geboren wird. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden. Und niemand kennt den Sohn, nur der Vater. – Und niemand kennt den Vater, nur der Sohn, – und der, dem es der Sohn offenbaren will.
Deshalb liebt mich der Vater, – weil ich mein Leben hingebe, – um es wieder zu empfangen. – (Mt 11, 27; Joh 10, 17)

Osternacht

Mit der Osternacht begehen wir die größte Feier unserer Gottesdienste im Jahreskreis. Das ganze Drama menschlichen Lebens wird in dieser Feier wachgerufen.

Zu ungewöhnlicher Stunde sind wir versammelt, um das wichtigste Fest unseres Glaubens zu feiern. Die heutige Nacht ist ein Zeichen für die vielen Nächte, die wir aus eigener Erfahrung kennen: Die Nacht der Verlassenheit, der Trübsal, der Trostlosigkeit und des Zweifels, die Nacht der Angst und des Erlebens der Gottferne, die Nacht der Einsamkeit und der Lieblosigkeit, und die Nacht des bitteren Todes.

In dieses Dunkel hinein leuchtet aber dieses österliche Feuer. An ihm wird dann die Osterkerze entzündet und in die Kirche getragen. Das bedeutet: Der auferstandene Jesus, das Licht der Welt, leuchtet auch in unser Dunkel! Licht, Wasser, Leben und gebrochenes Brot sind heute die vier großen Themen.

Der Bericht vom leeren Grab weckt zunächst keinen Auferstehungs-Glauben; es lässt – wie später zu sehen und zu hören ist – verschiedene Deutungen zu: vom gestohlenen Leichnam bis hin zum aus dem Scheintod erwachten.

Zwei Männer in leuchtenden Gewändern traten zu den Frauen. Noch ehe sie den Frauen ihre Botschaft kundtun, stellen sie jene vorwurfsvolle Frage, „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier! Als Gefolgsleute Jesu hätten sie doch wissen müssen, dass ihn der Tod nicht festhalten kann.

Der Auferstandene selbst, und nur er selbst bringt den Seinen die Gewissheit, dass er auferstanden ist. Durch unser Taufbekenntnis der Osternacht entsteht Beziehung zum Auferstandenen. Gott kann die Kirche, die sich so dem Auferstandenen zuwendet, „auferwecken“. Unsere endgültige Auferstehung kommt nach dem Tod, nach unserem „Karfreitag“ und „Karsamstag“.  Es gibt aber auch eine Auferstehung durch die Taufe, das Taufbekenntnis.
Sie ist ein „Sterben“ in der Sünde und ein Aufstehen aus der Gnade des Erlösers. 

Auferstehung Jesu Christi (Dimitris Vetsikas – Pixabay)
Auferstehung Jesu Christi (Dimitris Vetsikas – Pixabay)

Ostersonntag

Auch an Ostern haben die schlechten Nachrichten keine Pause. Für uns Christen gibt es aber wenigstens eine gute Nachricht: Der Herr ist wahrhaft auferstanden. Die Osterbotschaft ist für uns die gute Nachricht, das Evangelium. Eine gute Nachricht ist sie, weil es sich dabei nicht um ferne Vergangenheit handelt. Gott schenkt den Menschen und auch uns heute in Jesu Auferstehung das neue Leben.
Wir Christen bekennen, all den Nachrichten von Leid, Grausamkeit und Tod zum Trotz die gute Botschaft, dass Jesus auferstanden ist und wahrhaft lebt — und dass wir mit ihm leben. Wir können das bekennen; denn Jesus Christus selbst kommt jetzt auch zu uns, er spricht uns an und stärkt unseren Glauben. Nicht nur die ersten Jünger, denen der Auferstandene erschienen ist, sondern auch wir können daher seine Zeugen sein.

Ganz früh am Morgen des Sonntags, des ersten Tages der Woche, kommen Frauen, „um nach dem Grab zu sehen“.  Der Ostermorgen beginnt wie für viele Trauernde mit einem Besuch beim Grab. Erst vorgestern war Jesus gestorben. Sein Tod muss eine Qual gewesen sein. Wie können Menschen so grausam sein, andere Menschen auf diese unvorstellbar schreckliche Weise zu töten? Ohnmächtig mussten die Frauen, die Jesus treu begleitet hatten,  zusehen, wie er am Kreuz angenagelt allmählich starb.  Es muss ja wie eine Erlösung gewesen sein, als endlich der Tod seinem Leiden ein Ende machte. Sie hatten ihn dann gleich beigesetzt  in einem nahen Grab. Ganz früh am Morgen des Sonntags, des ersten Tages der Woche, kommen Frauen, „um nach dem Grab zu sehen“. Es ist bis heute so:  Die Trauer drängt einen, ans Grab eines geliebten Menschen zu gehen. Was suchen wir, wenn wir Gräber besuchen? Es lindert den Schmerz, sich dem Verstorbenen nahe zu wissen. Es tröstet, wenigstens etwas zu haben, an dem man sich festhalten kann. Dazu hilft das Grab. Was sich dann ereignet, hat das Leben dieser Frauen ganz verändert. Statt still am Grab zu weinen, werden sie Zeugen eines umwerfenden Ereignisses. Die Wächter in Schreckstarre wie tot, der Grabstein weggewälzt und eine leuchtende Gestalt, die ihnen ein leeres Grab zeigt: „Ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden.“ Und als sie mit Furcht und Schrecken vom Grab weglaufen, da begegnen sie Jesus selber. Und jetzt ist es für sie Gewissheit: Er lebt! Das leere Grab in Jerusalem ist das Zeichen dafür. Einmal ist es umgekehrt: Der Tod steht nicht am Ende des Lebens. Jetzt ist der Tod der Anfang eines Lebens, das nie mehr stirbt. Seit Ostern ist das Grab nicht mehr die Endstation. Der Stein ist nicht nur vom Grab Jesu entfernt. Es ist uns allen zugesagt, dass auch wir leben werden nach dem Tod. Am heutigen Tag wurde diese gute Botschaft zum ersten Mal erlebt und weitergesagt.  

Rembrandt van Rijn, Christus in Emmaus, 1648 (Wikimedia Commons)
Rembrandt van Rijn, Christus in Emmaus, 1648 (Wikimedia Commons)

Ostermontag

Ein helles und ein dunkles Bild wird uns im Matthäus Evangelium gezeigt: Die Frauen beten Jesus an und sprechen damit ihr Bekenntnis zum auferstandenen Herrn. Die Hohepriester und die Ältesten offenbaren noch über den Tod Jesu hinaus ihren Hass gegen ihn und ihre geheime Furcht vor ihm. Und so ist es geblieben „bis heute“: Glaube und Anbetung oder Hass und Lüge, das sind die möglichen Weisen, dem Auferstandenen gegenüber Stellung zu beziehen. Daneben stehen die Vielen, die nicht wissen, ob sie die Botschaft von der Auferstehung glauben können; sie darf man zu den Glaubenden zählen, weil sie glauben wollen.

Mit dem Tod Jesu war für die Jünger eine Welt voller Hoffnungen zusammen-gebrochen. Der Auferstandene selbst belehrt sie, dass alles so geschehen „musste“: so war es in den heiligen Schriften vorausgesagt. Den Jüngern brannte das Herz, als Jesus ihnen „den Sinn der Schriften erschloss“; aber erst beim Brotbrechen gingen ihnen die Augen auf. Als Zeugen des Auferstandenen kehrten sie nach Jerusalem zurück. Deutlich zeigt in den Osterevangelien das, worauf es ankommt: Auf die Begegnung mit dem Auferstandenen, persönlich, lebendig und unmittelbar.  Es braucht Begegnung mit Christus. Ich brauche lebendige Begegnung mit dem Auferstandenen. Er selbst schenkt sie, in dem er mir entgegengeht.

Die Annahme dieser Botschaft und die Umsetzung ins eigene Leben ist ein Weg, der nach Ostern und von diesem Ostermontag an beginnt und liturgisch 50 Tage lang dauert bis zum Pfingstfest, tatsächlich aber ein lebenslanger Weg ist – damit die Botschaft des Lebens prägend und wirksam wird.